Gedruckt werden unechte Wasserzeichen hauptsächlich auf Offset-, Hochdruck- und Digitaldruckmaschinen. Im Offsetdruck können Wasserzeichen mit Spezialdruckfarben bereits auf hohem Qualitätsniveau gedruckt werden, sodass Laien sie nicht von echten Wasserzeichen unterscheiden können.
4.1 Druck eines unechten Wasserzeichens
In der Druckmaschine wird das Druckbild mit speziellen chemischen Flüssigkeiten oder Pasten auf das Papier übertragen. Diese machen sich die Kapillarwirkung der Papierfasern zu Nutze und durchdringen das Papier in der gesamten Tiefe. Die überschüssige Flüssigkeit wird verdampft oder trocknet. Dabei werden die Papierfasern aufgehellt bzw. gebleicht und somit dauerhaft in ihrer Opazität verändert.
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| Abb. 1: Durchdringen der chemischen Flüssigkeiten oder Pasten, die das Papier bleichen |
4.2 Inmarque-Watermark Technologie
Dabei handelt es sich um eine Technologie für die Offset Druckmaschinen HEIDELBERG GTO 52+, SM 52+und PM 52+.
Mit einem Zusatzmodul, bestehen aus einer Chemikalienwanne und einer Schöpfwalze, werden die Druckmaschinen nachträglich ausgerüstet. Es können auch Flexodruckwerke oder Kammerrakel-Systeme genutzt werden, wobei die Anilox-Walze bzw. die Rasterwalze ersetzt werden müssen.
Die Druckflüssigkeit Inmarque-Watermark wird mit einer Dosierwalze, auf ein fotopolymeres Klischee, welches das gewünschte Motiv beinhaltet, aufgebracht und von dort auf das Papier übertragen. Die Flüssigkeit dringt durch die oberen Schichten des Papiers ein und bewirkt im Zentrum eine Verringerung der Opazität und erzeugt damit an den behandelten Stellen Transparenz. Anschließend verdampft die überschüssige Flüssigkeit. Dadurch trocknen die äußeren Papierschichten aus und sie werden verschlossen. Nach diesem Prozess erhält das Papier alle Eigenschaften, die es vor der Inmarque-Watermark Anwendung hatte, wieder zurück. Dieses Verfahren kann für Papiere im Bereich von 60 bis 250 g/m² angewendet werden. Die Papiere können sowohl vor der Wasserzeichenerstellung als auch 24 Stunden danach, mit Tine, Toner und Farbe weiter bedruckt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Technologie ist, dass das Wasserzeichen überall auf einem Blatt platziert und genau erstellt werden kann.
4.3 Lackieren eines unechten Wasserzeichens
Eine weitere Möglichkeit unechte Wasserzeichen zu erstellen ist die Verwendung von partiellen Mattlack-Lackierungen. Digitaldruckmaschinen wie die Kodak Nexpress oder die Systeme Xerox 800/1000 Color Press haben ein fünftes Druckwerk und können mit Hilfe des Transparenttoners Clear Dry Ink punktgenaue Lackierungen herstellen. Die partielle Mattlackierung wird als 5. Farbe (Sonderfarbe zu CMYK) in den Druckdaten angelegt, egal mit welcher Farbzusammensetzung.
4.4 Prägen eines unechten Wasserzeichens
Dies erfolgt auf einem Kalander, einer Maschine mit mehreren beheizten Stahlwalzen. In einer der Walzen befinden sich die zu prägenden Elemente, die je nach Verfahren, erhöht (Hochprägung) oder vertieft (Tiefprägung) in der Walze sitzen. Der Bedruckstoff wird nun mit einem weichen Gummizylinder gegen die beheizte Stahlwalze gedrückt und das Druckbild eingepresst.
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| Abb. 2: Prägung eines unechten Wasserzeichens mit dem Prägestempel |
4.5 Anlagerungswasserzeichen
Eine billige Variante des Anlagerungswasserzeichens kann erstellt werden, indem man zwei Blätter halber Zielblattstärke nimmt. Von diesen wird ein Blatt mit dem Wasserzeichen bedruckt und anschließend mit der bedruckten Fläche innenliegend auf das zweite Papierblatt aufgeklebt. Bei der Durchsicht erscheint nun ein dunkles Wasserzeichen. Dieses Anlagerungswasserzeichen kann man jedoch durch eine Brennprobe entlarven. Bei der Brennprobe wird ein Eck des Papieres angezündet, um festzustellen, ob es aus mehreren geklebten Lagen besteht.
4.6 Polyethylen-Polymeren
Durch Druck und Wärme können unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Hierzu gehören auch Papiere, die bei der Herstellung mit wärmeempfindlichen Materialien wie beispielsweise Polyethylen-Polymeren vermischt wurden. Auf diesem Papier kann man mit Hilfe eines erhitzten Stempels oder einer erhitzten Matrize und durch leichten Druck das Wasserzeichen entstehen lassen. Aus patentrechtlichen Gründen gibt es wenig Informationen über das genaue Verfahren und deshalb wird es hier nur erwähnt.