Corporate Design Manual (Separation Sonderfarbe)

Was ist ein Corporate Design Manual?
Um ein einheitliches Design zu gewährleisten, werden Gestaltungsrichtlinien aufgestellt und in einem Design-Manual veröffentlicht. Neben den Firmenfarben und -schriften findet man darin auch Bemaßungen für diverse Geschäftsdrucksachen bis hin zu Fotokonzepten.

Was sind Sonderfarben?

Eine Sonderfarbe, auch Schmuckfarbe genannt, ist eine Farbe, die nicht durch die vier Prozessfarben im Vierfarbdruck produziert werden kann und daher als einzelne Volltonfarbe gedruckt wird. Dabei handelt es sich meist um besonders satte, brillante Bunttöne. Die Schwäche von CMYK liegt vor allem im Bereich der tiefgrünen und tiefblauen Farbtöne sowie leuchtendem Orange.
Eingesetzt werden Sonderfarben hauptsächlich für Produktverpackungen und als Hausfarben innerhalb eines Corporate Designs (z.B. Milka-Lila, ADAC-Gelb). Manche Farben wären auch über CMYK mischbar, doch Sonderfarben haben einen weiteren Vorteil: Sie gewährleisten ein konstantes Druckergebnis, während bei der Mischung von Farben immer leichte Abweichungen vom gewünschten Farbton passieren können.
Effektfarben wie Gold oder Bronze erfordern immer eine Sonderfarbe.

Der Nachteil bei der Verwendung von Sonderfarben sind die hohen Kosten aufgrund des zusätzlichen Druckgangs bzw. der zusätzlichen Druckform.
Auch Farbfächer verblassen, es gibt Druckereien, die arbeiten mit "älteren" Farbfächern, die evtl schon etwas verblasst sind.
Die Sonderfarben in einem Farbfächer gibt es auf verschiedenen Papiertypen (glänzend gestrichen, matt gestrichen, etc.), jedoch kann es auch dort von Hersteller zu Hersteller leichte Abweichungen in der Farbwiedergabe geben. Soll heißen, das es nicht unbedingt sein muss, dass ein bestimmter HKS oder Pantone Farbton auf meinem Druckpapier 100%ig genau so aussieht wie auf dem Farbfächer.

Schmuckfarbenpaletten
Als wichtige Schmuckfarbenpaletten sind Pantone, HKS und RAL zu nennen (siehe folgende Wikiseiten).

Da jedoch nicht jedes Produkt mit Sonderfarbe gedruckt wird, muss auch eine Separation in CMYK und RGB angegeben werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Sonderfarbe gut in CMYK/RGB dargestellt werden kann. Insbesondere bei leuchtendem Orange oder satten Blautönen gibt es starke Abweichungen.

Wie das Ganze in der Praxis funktioniert, wird hier anhand der Farbseparation in Photoshop erklärt: openbook.galileodesign.de/photoshop_cs2/photoshop_cs2_04_004.htm#mjb49d15a9447501780c88259a91a4b74e

 

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HKS

Das HKS-System ist ein Farbsystem aus Sonderfarben. Entwickelt wurde es vom gleichnamigen Unternehmen "Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co".

Das Farbsystem

  • besteht aus ca. 90 Basisfarben und über 3000 Mischfarben.
  • Es gibt Farbfächer für folgende Papiersorten: Naturpapier (N), Kunstdruckpapier (K), Endlosdruck auf Kunstdruckpapier (Ek) und Zeitungspapier (Z).
  • HKS-Farben bestehen aus einer Ziffer und einem Buchstaben.
    Beispiel: HKS 13 K (rot)
  • Anders als bei Pantone werden bei HKS die Farben für jedes Untergrundmaterial neu abgemischt, um auf jeder Oberfläche die gleiche Optik zu erzielen.
  • Ein Vorteil der HKS-Farben ist, dass sie sich aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammensetzen und so im Vierfarbdruck reproduziert werden können.

Verwendung
HKS-Farben sind das am häufigsten verwendete Farbsystem der Druckbranche, da es für Papier das größte Farbsortiment bietet und für den Vierfarbdruck/Offsetdruck prädestiniert ist.

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Pantone

Das Pantone Matching System ist ein Farbsystem aus Sonderfarben. Entwickelt wurde es vom gleichnamigen Unternehmen 1963 in den USA.

Das Farbsystem

  • besteht aus 14 Grundfarben – die restlichen Farben ergeben sich aus der Mischung dieser Grundfarben
  • Es gibt Farbfächer für folgende Papiersorten: coated, uncoated und matte.
  • Pantone-Farben bestehen aus einem vierstelligem Nummerncode sowie einem Kürzel für die Papiersorte (C = coated, U = uncoated, M = matte).
    Beispiel: PANTONE 2738 M (blau)
     

Verwendung
Pantone Farben kommen gerne im Bereich des Corporate Designs zum Einsatz. Bekannte Beispiele: Puma (PANTONE 485 C) und Starbucks (PANTONE 3425 C). Weiterhin ist Pantone mit seinem Textile Color System in der Textil- und Modebranche führend (Branche der Firma Pantone).

Für den Vierfarbdruck bietet Pantone noch ein Process Color System mit 3000 Farben an, die über CMYK abgemischt werden können.

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RAL

Das RAL-Farbsystem ist ein System aus Sonderfarben. Entwickelt wurde es vom RAL-Institut 1927 in Deutschland.

Das Farbsystem

  • besteht aus 14 Grundfarben – die restlichen Farben ergeben sich aus der Mischung dieser Grundfarben
  • Es gibt 3 Farbpaletten: RAL classic, RAL effect, RAL design und RAL digital. Das älteste ist dabei RAL classic und besteht aus 210 Farben.
  • RAL-Farben bestehen aus einem vierstelligem Nummerncode, wobei die erste Ziffer eine tiefergehende Bedeutung hat: 1 steht für gelbe, 2 für orange, 3 für rote, 4 für violette, 5 für blaue, 6 für grüne, 7 für graue, 8 für braune und 9 für weiße und schwarze Farbtöne.
    Beispiel: RAL 4010 (Telekom Magenta)
  • Eine Besonderheit beim RAL-Farbsystem ist, dass die Farben Namen bekommen haben, um Verwechslungen noch mehr auszuschließen. So gibt es beispielsweise Ginstergelb (RAL 1032), Verkehrsgelb oder Lichtgrün.

Verwendung
Farbliche Normierung von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen und Unternehmen wie z.B. Deutsche Post, Bundeswehr, Lufthansa, Katastrophenschutz sowie Normierung von Farben für Produkte, Branchen, Rohstoffe und Etiketten. Eigentlich so ziemlich alles. Nummer 1 ist das RAL-Farbsystem bei Autolack und Anstrichen.

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