Das Prüfungsvorbereitungswiki (AP Sommer 2010)

Herzlich Willkommen im Prüfungsvorbereitungswiki der Mediencommunity 2.0

Erneut unterstützt die Mediencommunity die Prüfungsvorbereitungen für Mediengestalter/innen und Drucker/innen.

In unserem Prüfungsvorbereitungswiki können:

Auf diese Weise können sich Azubis eigenständig ihre Prüfungsthemen gemeinsam mit anderen erarbeiten, während sich gleichzeitig ein ständiger Verbesserungsprozess nach dem Wikipedia-Prinzip vollzieht.

Noch einige wichtige Hinweise zum Prüfungsvorbereitungswiki:

Zum Mediengestalter-Wiki

Zum Drucker-Wiki

Kurzanleitung zum Erstellen eines Wikibeitrags

Mediengestalter-Wiki

Liebe Azubis Mediengestalter/in Digital- und Print,

in diesem Bereich des Prüfungswikis können die vom ZFA bekanntgegebenen Themen für die Fragen der theoretischen Prüfung gemeinsam erarbeitet werden.

Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir bereits einige Beiträge aus dem Fundus des ZFA und der Mediencommunity eingestellt. Selbstverständlich können und sollen auch diese bearbeitet und weiter verbessert werden.

Folgende Hinweise gibt der ZFA zu dieser Themenliste:

"In diesem Sommer findet die erste reguläre Abschlussprüfung nach neuer Verordnung statt. Wir haben die Kritiken und Anregungen der vergangenen Prüfungen aufgenommen und die Prüfungsstruktur wie folgt verändert. Neu ist auch, dass ab sofort zu jeder Aufgabe ein Stichwort genannt wird. So können sich die Prüflinge auch auf den Bereich, der für alle Fachrichtungen identisch ist, besser vorbereiten.
Struktur der Prüfung:

  1. Je Prüfungsbereich „Konzeption und Gestaltung“ und „Medienproduktion“: Die Aufgaben 1-9 sind für alle Fachrichtungen und Schwerpunkte identisch (siehe u. g. Themengebiete).
  2. Je Prüfungsbereich „Konzeption und Gestaltung“ und „Medienproduktion“: Die Aufgaben 10 bis 12 werden aus der jeweiligen Fachrichtung gestellt. Es ist entweder Gestaltung und Technik, Schwerpunkt Print oder Digital, Beratung und Planung oder Konzeption und Visualisierung zu bearbeiten (siehe u. g. Themengebiete).
  3. Von den 12 Aufgaben, sind 10 Aufgaben je Prüfungsbereich zu bearbeiten. 2 Aufgaben sind zu streichen. Alle Aufgaben sind mit 10 Punkten gleichgewichtig.

Diese Informationen sollen bei den umfassenden Ausbildungsinhalten des Ausbildungsberufes Mediengestalter Digital und Print eine Hilfestellung zur Prüfungsvorbereitung sein.
Weitere Informationen zu den genannten Themengebieten kann der ZFA nicht erteilen."

Technische Hilfe und Unterstützung gibt es unter info@mediencommunity.de oder im Forum.

Konzeption und Gestaltung

Alle Fachrichtungen

Logoentwicklung

Zur Unterscheidung: Logo, Signet, Wort-Bild-Marke

Umgangssprachlich wird jedes Firmenzeichen als Logo bezeichnet, genau genommen ist eine Logo nur der reine Schriftzug ohne bildliche Darstellung, die Bildliche Darstellung nennt man Signet. Wird beides miteinander kombiniert hat man eine Wort-Bild-Marke. Mehr dazu im Wiki Logo

 

fReAkY-cHiKa:

also das ist das was wir so im Unterricht dazu geschrieben haben (hoffe es hilft euch auch weiter):

Vorgehensweise bei der Logogestaltung

    1.    Inhaltsanlayse  ->  Bestandsaufnahme   (Bsp: Gartenbaufirma / 30 Jahre alt / expandierend)

            und    Firmenprofil  ->  (geplantes) Image   (Bsp: innovativ / umweltbewusst / kinderfreundlich)

            erstellen und Recherche zu Konkurrenten

    2.    Zieldefinition für die Visualisierung festlegen

            a)    Entscheidung für die wichtigsten Kernaussagen
            b)    Auswahl für eine Visualisierungsform
                    (Bild-, Wort-, oder Buchstabenmarke?)

            -> (Produkt > Bildmarke  /  berühmter Name > Wortmarke  /  Initialen der Firma > Buchstabenmarke)


    3.    Entwürfe anfertigen

           a)    Kernaussage in Gestaltungselementen umsetzen
           b)    Schriftcharakter (wenn nicht vorgegeben) passend wählen
           c)    Gestaltungselemente zur Gesamtform integrieren


    4.    Ausführung

           a)    Entwurf in schwarz/weiß ausführen
           b)    Farbvarianten anlegen (passend zur Kernaussage)
           c)    1cm², Vergrößerung/Verkleinerung möglich?
                   Bzw. verschiedene Varianten für unterschiedliche Größenänderungen erstellen.


    5.    Präsentation beim Kunden


    6.    Korrekturphase, Integration in Corporate Design (CD)

 

Logocheck

    1. Einprägsamkeit:
        Logos mit Wiedererkennungswert zeichnen sich durch ein hohes Maß an Einprägsamkeit
        aus. Dieser Faktor kann über die Fernwirkung überprüft werden: Bleibt ein eigenständiges
        erkennbares Zeichen oder löst sich die Gesamtform auf bzw. erinnert sie an andere
        bekannte Logos? Auch zu viele einzelne Elemente des Logos verhindern eine Einprägsamkeit.

    2. Geschlossene Gesamtform:
        Buchstaben-, Wort- und Bildmarken sollten in geschlossener Gesamtform gestaltet werden.
        So lassen sie sich leichter in Drucksachen integrieren. Zudem werden einfache
        Grundformen leichter erfasst und erinnert.

    3. Skalierbarkeit:
        Ein ausgereiftes Logo muss sich in den verschiedensten Kontexten behaupten können, vom
        Kugelschreiber und Stempel bis zu Großprojektion und dem LKW-Aufdruck sind alle Größen
        denkbar. ->Wie sieht das Logo auf 1cm skaliert aus, wie auf 25cm? Oder es müssen   verschiedene Größenvarianten erstellt werden.

    4. Medienkompatibilität:
        Die Farbgestaltung muss auch einfarbig oder in schwarz-weißer Ausführung funktionieren.
        Ein akzentuierter Teil kann dabei gerastert werden. Gerade bei Anwendungen in
        Schwarz-Weiß-Anzeigen, auf Kopien, in der Faxübertragung, als Stempel, aber auch bei
        neuen digitalen Übertragungsformen wie z.B. auf Handy oder Palmtop muss ein Logo auch
        noch gut aussehen.

    5. Formensprache:
        Die im Logo angedeuteten oder verwendeten Formen sollten den Charakter der Institution,
        Firma, Person etc. zumindest ansatzweise transportieren.

    6. Langlebigkeit:
        Ein Logo als wesentlicher Bestandteil des Corporate Designs sollte mindestens auf einen
        zeitlichen Horizont von zehn Jahren angelegt werden. Zeitlose grafische Logos haben es da
        natürlich leichter als beispielsweise Firmenschriftzüge, denen man die Zeit, in der sie
        gestaltet wurden, meist nach einigen Jahren ansieht.

Logo-Prinzipien:

  • Lok-Prinzip
  • Triebwagen-Prinzip
  • Schub-Prinzip
  • Anker-Prinzip
  • Stern-Prinzip
  • Insel-Prinzip

 

Literaturtipps

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Schutz des geistigen Eigentums

Definition und Bedeutung
In dem Moment, in dem jemand ein Werk erstellt, ist seine Arbeit urheberrechtlich geschützt. Ein „Eintrag“ in ein öffentliches „Urheberrechtsregister“ – wie im Marken- und Patentrecht – ist in Deutschland weder erforderlich noch möglich. Der Begriff Schöpfung beinhaltet, dass es sich bei einem Werk um etwas Neues oder um etwas Künstlerisches handeln muss. Der  Urheberrechtsschutz berücksichtigt die wirtschaftlichen Interessen und die Idee des Urhebers am Werk, wird aber zur Wahrung der Interessen der Allgemeinheit eingeschränkt. (Schützt auch vor Nachahmung und Ausbeutung)


Urheberrecht


Das Urheberrecht ist in Deutschland durch das Urheberrechtsgesetzt (UrhG) geregelt. Dem Urheberrecht unterliegen demnach alle schöpferischen Werke, sprich Werke, welche folgende Merkmale aufweisen:

  • Wahrnehmbare Formgestaltung
  • Geistiger Gehalt
  • Persönliche bzw. individuelle Schöpfung

Ausgenommen davon sind Lichtbilder, also Fotografien und digitale Bildaufnahmen – sie sind prinzipiell geschützt.

Der Urheberschutz ist auf festgelegte Zeiträume begrenzt:

  • Schriftwerke: 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers
  • Lichtbildwerke: 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers
  • Lichtbilder: 50 Jahre nach dem Erscheinen des Lichtbildes und 50 Jahre nach dem Herstellen des Lichtbildes, falls es nie veröffentlicht wurde.
  • Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen: 25 Jahre
  • Videos: 70 Jahre
  • Bild- und Tonfolgen: 50 Jahre
  • Tonträger: 25 Jahre
  • Digitale Präsentationen: 25 Jahre
  • Datenbanken: 15 Jahre, verlängerbar
  • Darbietung von Künstlern 25 Jahre (z.B. Zaubertricks)

Das UrhG unterscheidet zwischen dem Urheberpersönlichkeitsrecht (Rechte des Urhebers) und den Verwertungsrechten (Rechte des Verwerters). Ersteres umfasst das Recht des Urhebers, darüber zu bestimmen, ob, wie und wo sein Werk veröffentlicht wird (Veröffentlichungsrecht). Die Verwertungsrechte umfassen das Vervielfältigungsrecht, Verbreitungsrecht, Ausstellungsrecht, Vortragsrecht, Aufführungsrecht und Senderecht.

Urheberpersönlichkeitsrecht

  • Recht, selbst zu bestimmen, ob, wie und wo sein Werk veröffentlicht wird (Veröffentlichungsrecht)
  • Recht gegenüber anderen, das Verbot einer Beeinträchtigung oder Entstellung seines Werkes auszusprechen
  • Recht auf Anerkennung der Urheberschaft und Nennung des Urhebers

Die Entscheidung eines Buchautors, sein Werk zu veröffentlichen ist unwiderruflich.


Verwertungsrechte in körperlicher Form

  • Vervielfältigungsrecht
  • Verbreitungsrecht
  • Ausstellungsrecht


Verwertungsrechte in unkörperlicher Form

  • Vortragsrecht
  • Aufführungsrecht
  • Vorführrecht
  • Senderecht

Das Recht eines Urhebers bleibt bestehen, solange er lebt. Nach seinem Tod kann dieses Recht an seine Nachfahren vererbt werden.

Rechtsschutz
Immaterieller Rechtsschutz:
geistiger Rechtsschutz an einer Idee (z.B. Komposition)
Materieller Rechtsschutz: Rechtsschutz an einer Sache (z.B. Bild, Plastik)

Werke der bildenden Kunst

Man unterscheidet Werke der Kunst, der angewandten Kunst (hohe Gestaltungsqualität) und Bauwerke.
Kunstwerke: Werke der Bildhauerei, Malerei und Grafik.
Angewandte Kunst: Kunstgewerbe, Künstlerische Industrieprodukte, Textilien, Gebrauchs- und Werbegrafik

Lichtbildwerke und Lichtbilder
Merkmale von Lichtbildwerken:
Besonderer Bildausschnitt, Aufnahmestandpunkt, Licht- und
Schattenkontraste, Schärfen und Unschärfen, Ungewohnte Bildperspektiven, Anerkennung an der Fachwelt.
Digitale Bildaufnahmen sind weder Lichtbilder noch Lichtbildwerke. Sie werden aber als lichtbildähnliche Erzeugnisse eingestuft und in gleicherweise geschützt wie Fotografien. (Merke Rechte von Scans und Composing)

Filmwerke, Laufbilder:
Sendungen über das politische Tagesgeschehen sind fotografische Ausschnitte des realen Lebens, sie stellen keine Filmwerke dar und haben daher keinen Urheberrechtsanspruch.

Übersetzungen: Ein neues, noch nicht da gewesenes Sprachwerk mit eigenem Urheberrecht.
Bearbeitungen: Gleiches gilt, wenn ein Roman von einem Grafiker in einen Comicstrip umgezeichnet wird.

Datenbanken

Offline Datenbanken:
Es darf ohne Zustimmung des Herstellers keine Kopie/Sicherheitskopie erstellt werden.
Online Datenbanken:
Sie darf öffentlich angeboten und in Verkehr gebracht werden. (Weiter Kompendium Band I - S. 625)
Kontrolliert
wird die Einhaltung der Datenschutzgesetze durch die Datenbankbeauftragten und die
Datenschutzkotrollbehörden des Bundes und der Länder.

Rechte am eigenen Bild
Ohne Einwilligung ist die Aufnahme und Veröffentlichung eines Bildes zulässig, wenn es sich um eine
Person der Zeitgeschichte handelt. Die Abbildung selbst muss aber einen Vorgang aus dem Bereich der
Zeitgeschichte betreffen.

Man unterscheidet zwischen absoluten- und relativen Personen der Zeitgeschichte
Absolute Personen: Personen, die durch ihr gesamtes Wirken im öffentlichen Interesse stehen und das auch für immer bleiben (Regierende Königshäuser, Politiker, bekannte Wirtschaftler, Sportler, Künstler, Journalisten).
Relative Personen: Personen, die nur eine begrenzte Zeit im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen (Teilnehmer eines Unfalls, Sportler, Prozessbeteiligte, Straftäter im spektakulären Fall).

Copyright: Es gelten Werke heute in allen Ländern als geschützt, wenn das ©-Zeichen in Verbindung mit dem Namen des Urhebers und der Jahreszahl der Erstveröffentlichung in der Titelei eines Werkes steht. Es macht aber keinen Sinn, wenn das Dokument keine Werkqualität besitzt.

Informationen über das Urheberrecht

  1. Wichtige Merkmale des Urheberrechts zum Beispiel der Umfang der Verwendungsrechte, die Schutzdauer, die Übertragbarkeit usw. sind in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt!
  2. Formalität beim Urheberschutz: Der Schutz des Urheberrechtes und der verwandten Schutzrechte gilt automatisch vom Moment der Schöpfung an. Es bedarf also weder irgendwelcher Formalitäten, noch ist eine Hinterlegung notwendig.
  3. Nutzung ohne Einwilligung des Urhebers:
    - Grundsätzlich muss beim Urheber bzw. Rechtsinhaber eine Einwilligung zur Nutzung des urheberrechtlich geschützten Werkes eingeholt werden.
    - Ausnahmen: Es dürfen veröffentlichte Werke von Verwandten und Freunden ungefragt genutzt
    werden (gilt nicht für Computerprogramme!)

Problematik
Da das Urheberrecht, ohne Anmeldung, im Moment der Schaffung des Werkes entsteht, bringt es das
Problem mit sich, das die Klärung, ob es sich um ein urheberrechtsfähiges Werk handelt, im Zweifel erst im Prozess erfolgen wird.
 


Lesetipps: Kompendium Band I - S. 620 (Rechtsbeispiele); S.633 (Kopierschutz); S. 367 (Aufgaben)
Prüfungsbuch Mediengestalter digital/print ab S. 355 (Medienrecht)

Weitere Stichpunkte zum Thema:

  • Unterscheidung von Nutzungs- und Urheberrechten
  • Bedeutung bzw. Nichtbedeutung von Copyright
  • Marken- und Geschmacksmusterschutz
  • Online- und Offline Nutzung von Bildern
  • siehe AP Winter 2009
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Beratung und Planung

Konzeption und Visualisierung

Semiotische Analyse

Semiotik ist zunächst die Wissenschaft von den Zeichen. Diese Wissenschaft geht auf den Schweizer Professor für Linguistik, Ferndinand de Saussure zurück, der seine Lehre noch Semeologie nannte, sowie auf den US-amerikanischen Philosophen Charles S. Peirce, der den Ausdruck Semiotik verwendete.
Semiotik beschäftigt sich mit den Zeichen von drei Sichtweisen aus. Mit dem Zeichen an sich, den Systemen wie Zeichen kombiniert werden und mit ihrem Kontext.

Unter semiotischer Analyse versteht man die Interpretation von Zeichen- und Kommunikationssystemen und ist Basis der Interpretation von Zeichensystemen.

Eine Grundlage ist die Zeichentypologie, also die Kategorisierung von Zeichen, die zu interpretieren sind

  • Ikonische Zeichen: Zeichen und Objekt stehen in einem Ähnlichkeitsverhältnis. Also ein Foto einer Person oder eines Gebäudes. Auch eine piktogrammartige Darstellung eines Gebäudes wie dem Eiffelturm ist ein ikonisches Zeichen.
  • Index: Zeichen und Objekt stehen in einem hinweisenden bzw. ursächlichen Verhältnis. Stilisierte Flamme weist auf brennbare Flüssigkeiten hin.
  • Symbol: Zeichen und Objekt stehen in nicht direkt nachvollziehbaren Verhältnis. Der Betrachter muss die Bedeutung vorher gelernt haben, so zum Beispiel das Rote Kreuz als Symbol für Arzt, Krankenhaus o.ä. Allein durch das Betrachten kann er keine logische Verknüpfung herstellen.

Zudem gibt es die sogenannten Dimensionen, nach denen eine semiotische Analyse erfolgen kann. Hierbei wird genau beschrieben wie das Zeichen aufgebaut ist, wofür die einzelnen Elemente stehen und welchen Zweck das Zeichen hat. Man unterteilt hierzu in folgende Bereiche:

Syntaktik - Der Inhalt des Zeichens
Was ist zu sehen und ggf. welche verschiedenen Elemente sind abgebildet? Welche Formen und ggf. Farben werden genutzt?

Semantik - Bedeutung des Inhalts
Worauf weisen die Farben hin? (z.B. bei Autobahnschild -> Blau = Hinweis); Worauf weißt die Form hin? Welche Bedeutung haben die einzelnen Elemente? (z.B. Pfeil = Richtung)

Pragmatik - Zweck des Zeichens
Hierwird der Zweck des Zeichens zusammengefasst.
Bsp. Ampel: Der Betrachter bleibt bei Rot stehen und fährt bei Grün.
Bsp. Notausgang: Im Notfall ist diese Tür als Notausgang vorgesehen.

 Literaturempfehlung:

Zeichen – Eine Einführung in die Semiotik für Grafikdesigner von David Crow

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Gestaltung und Technik, Schwerpunkt Print

Druckbogen

Erste Stichworte: Formate, DIN-Formate, Maschinenformate, Laufrichtung, Stand- und Kontrollzeichen

 

Druckbogen - der bedruckte Bogen, der direkt aus der Druckmaschine kommt
Signatur - bedruckter Bogen
Ausschießen - Seiten werden so auf dem Druckbogen angelegt, dass sich nach Falzen, Schneiden und Binden die Seiten in der korrekten Reihenfolge und Ausrichtung befinden.
Schöndruckseite - die zuerst bedruckte Seite des Druckbogens <-> Widerdruckseite

Beim Ausschießen zu beachten:

Druck im Schön- und Widerdruck, Druckbogen umschlagen oder umstülpt, Druckbogenformat, Falzschema, Bindeart, Art des Sammelns der Druckbogen, Laufrichtung des Papierbogens

Einteilungsbogen
Ausschießen erfolgt heute elektronisch per Ausschießprogramm. In der Druckvorstufe muss bereits in der Druckdatei Folgendes integriert sein: Beschnittzeichen, Passmarken, Falzmarken, etc. So können sie im Ausschießprogramm korrekt eingesetzt werden.
Auf einem Einteilungsbogen befinden sich:
• alle Seiten mit korrektem Format
• Satzspiegel
• alle Montagezeichen (Beschnitt, Falz, Passkreuze)
• Anlage

 

Standbogen
Hier ist zusätzlich die Stellung der Seitenelemente eingezeichnet.
In der digitalen Seitenmontage werden direkt die PDF-Seiten mit einer Vorschau positioniert, dass kaum ein Unterschied zwischen Stand- und Einteilungsbogen besteht.


>>>Flattermarke
Sie werden auf jedem Druckbogen im Bund zwischen der ersten und letzten Seite als kurze schwarze Linie mitgedruckt. Beim ersten Bogen steht die Flattermarke am Kopf und wird bei jedem weiteren Bogen um die Höhe der Flattermarke nach unten versetzt.
Optische Kontrolle der richtigen Reihenfolge der zusammengetragenen Broschuren. (Taschenbuch als mehrlagige Broschur)
>>>Stege
Die einzelnen Abstände zwischen den Seiten werden als Steg bezeichnet.
Am Greiferrand/Greiferkante wird der Druckbogen zum Transport durch die Maschine von den Greifern der Druckmaschine gehalten. Je nach Druckmaschinenmodell sollten ca. 20 mm vom Druckbild frei bleiben.
>>>Bund
nicht bedruckter Raum zwischen den Satzspiegeln zweier nebeneinander liegenden Seiten. Hier erfolgt die Bindung. Die Laufrichtung des Bogens liegt parallel zum Bund.
>>>Passer
korrekter Übereinanderdruck im Mehrfarbendruck. Passermarken, Passkreuze zur Kontrolle.
>>>Register
korrekter und deckungsgleicher Druck von Schön- und Widerdruck. Registerhaltigkeit beim Text > Ausrichten der Textzeilen am Grundlinienraster. Die einzelnen Seiten müssen deckungsgleich übereinander gedruckt werden, der Stand der Einzelseiten auf dem Einteilungsbogen für Schön- und Widerdruck muss gleich sein
>>>Anlage
zur korrekten Ausrichtung des Bogens besitzt eine Druckmaschine Vordermarken und Seitenmarken. verwendet werden meist zwei Vordermarken und eine Seitenmarke. Nach dem Wenden des Bogens wird die gegenüberliegende Seite bedruckt. somit ist sichergestellt dass immer der gleiche Anlagenwinkel des Bogens an der Seitenmarke ausgerichtet ist.
>>>Anlagenwinkel
Winkel des Bogen, der an der Seitenmarke und der Vordermarke anliegt. Wichtig zum Ausrichten und Wenden des Bogens. Druckanlage muss übereinstimmen mit Falzanlage, für ein registerhaltiges Produkt.
>>>Kontrollelemente
auf dem Standbogen für die Belichtung (Film oder Druckplatte). Z.B. Ugra/Fogra EPS Kontrollstreifen, Fogra Druckkontrollleiste, damit kann die Plattenbelichtung oder der Fortdruck kontrolliert werden. Beide Kontrollelemente enthalten Vollton-, Raster- und Diagnosefelder.
>>>Wendearten
Umschlagen > vom Umschlagen einer Buchseite. Vordermarke bleibt unverändert, Seitenmarke wechselt, deswegen liegt der Bogen nach der Wendung wieder genauso wie beim ersten Druckgang. Vorteil: alle Seiten einer Drucksache können in einer Form aufgebaut werden.
Umstülpen > Seitenmarke bleibt bestehen, Vordermarken wechseln.


Ausschießschema
- wird von der Falzfolge der Falzmaschine festgelegt
- erste und letzte Seite des Bogens stehen im Bund stets nebeneinander
- vier Seiten, die im Bund nebeneinander liegen, stehen Kopf an Kopf
- der letzte Falz ist der Bundfalz
- im Bund nebeneinanderliegende Seiten ergeben in der Summe ihrer Seitenzahlen immer die Gesamtzahl aller Seiten plus 1
- bei 8 Seiten im Hochformat: Falzanlage bei den Seiten 3 + 4
- bei 16 Seiten Hochformat, 32 Seiten Querformat: Falzanlage bei den Seiten 5 + 6
- ungerade Seiten stehen rechts vom Bund, gerade Seiten stehen links

Nutzenberechnung
Erster Schritt in der Kalkulation einer Druckleistung. Neben Auflage beeinflusst der Nutzen verschiedene weitere Produktionsschritte. Der Druckbogen-Nutzen bestimmt wie viele Seiten eines Objektes auf einen Druckbogen passen. Vom Nutzen abhängig ist auch die Anzahl der zu bedruckenden Druckbogen (Papierbedarf) und somit auch die Fertigungsdauer.
Der Druckbogen-Nutzen ist die Anzahl der geschlossenen Endformate - nicht Seiten - eines Objektes, die auf einen Druckbogen passen.

DIN Formate halbieren bzw. verdoppeln sich von einem zum nächsten Format, deshalb lässt sich das Ergebnis, der Nutzen, in Potenzen zur Basis 2 ermitteln.
A5 aus A2:
5-2 = 3 >>> drei DIN-Formate Unterschied
2*3 = 9 >>> 8 Nutzen (16 Seiten)

Anhand einer Vergleichsberechnung wird herausgefunden, welches Rohbogenformat ergiebiger ist. Die Gesamtnutzen müssen immer durch 4 teilbar sein, Laufrichtung muss auch beachtet werden.

    B x L     Rohbogen                               L x B     Rohbogen
    B x L     Seitenformat                           B x L     Seitenformat
=  N • N   Gesamtnutzen                     =   N • N   Gesamtnutzen

 

Laufrichtung
Die Richtung, in der die Fasern im Papier liegen. Da sich die Fasern bei der Herstellung von Papier mit der Langsieb-Papiermaschine immer in die Richtung legen, in der sich das Sieb bewegt, nennt man die Laufrichtung auch Maschinenrichtung.
Während bei Rollenpapier die Laufrichtung immer der Roll-Richtung entspricht, hängt sie bei Format-Papier davon ab, wie der Papierbogen aus der Rolle heraus geschnitten wird (Breitbahn, Schmalbahn). Die quer zur Laufrichtung liegende Richtung wird als Dehnrichtung bezeichnet, da sich das Papier in diese Richtung unter Feuchtigkeits-Einfluss ausdehnt.
In der Buchbinderei und Druckweiterverarbeitung ist die Laufrichtung unbedingt zu beachten, da sich Papier in der Laufrichtung in vieler Hinsicht anders verhält als in der Dehnrichtung (z.B. Dehnung, Steifigkeit, Falzbarkeit). Bei Büchern sollte die Laufrichtung immer parallel zum Rücken liegen.
Die Laufrichtung wird auf der Papier-Verpackung immer angegeben. Schmalbahn-Papier wird mit dem Kürzel SB gekennzeichnet, Breitbahn-Papier mit BB. Es kann aber auch die Dehnrichtung markiert sein, indem bei der Format-Angabe die entsprechende Seite unterstrichen ist (z.B. 61 x 86 cm für ein Schmalbahn-Papier).

DIN Formate

A0 - 841 x 1189      10000 cm²
A1 - 594 x 841
A2 - 420 x 594

Benennung

A0 Vierfachbogen
A1 Doppelbogen
A2 Bogen (Einfachbogen)
A3 Halbbogen
A4 Viertelbogen
A5 Blatt (Achtelbogen)
A6 Halbblatt
A7 Viertelblatt
A8 Achtelblatt

Rohbogenformat - ist im Flächeninhalt (cm²) jeweils 5% größer. Sie ermöglichen, Schnittmarken und andere Hilfszeichen mitzudrucken. DIN A0 hat das Rohbogenformat 860 x 1220 = 10492 cm2
 

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Gestaltung und Technik, Schwerpunkt Digital

Medienproduktion

Alle Fachrichtungen

Beratung und Planung

Konzeption und Visualisierung

Gestaltung und Technik, Schwerpunkt Print

Gestaltung und Technik, Schwerpunkt Digital

Drucker/innen-Wiki

Liebe Azubis Drucker/in,

in der Verordnung für Euren Ausbildungsberuf sind die relevanten Prüfungsthemen für den schriftlichen Teil in § 9-12 aufgelistet. (siehe ZFA-Broschüre Drucker/in - Struktur der Ausbildungsordnung, ab Seite 13)

In diesem Wiki könnt Ihr nicht nur vorhandene Beiträge lesen, sondern - sofern Ihr Euch in der Mediencommunity als Benutzer angemeldet habt - auch verbessern und erweitern. Hierzu genügt ein Klick auf den Reiter "Bearbeiten" oberhalb des Artikels.

Zusätzlich könnt Ihr eigene Beiträge schreiben. Wie das funktioniert, haben wir auf einer eigenen Seite Kurzanleitung zum Erstellen eines Wikibeitrags beschrieben.

Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir bereits einige Beiträge aus dem Fundus des ZFA eingestellt. Selbstverständlich können auch diese bearbeitet und weiter verbessert werden.

Technische Hilfe und Unterstützung gibt es unter info@mediencommunity.de oder im Forum.

Druckvorstufe und Druckformherstellung

Montage

Manuelle Bogenmontage
Seitenmontage (Text und Bild) am PC – Filmbelichter – Ganzseitenfilme auf Montagetisch manuell montiert – fertige Bogenmontage in den Kopierrahmen – Druckplatte dann in die Offsetmaschine

Elektronische Bogenmontage
Seintenmontage (Text und Bild) am PC – elektronische Bogenmontage – Kontrolldruck – Computer to film in den Filmbelichter – Ganzformfilm in den Kopierrahmen – Druckplatte in die Offsetmaschine

Elektronische Bogenmontage zum Computer to Plate in den Digital „platemaker“- Druckplatte zum Offset

Elektronische Bogenmontage zum Computer to press, Druckform wird direkt in der Druckmaschine beschrieben = Digitaler Offsetdruck (z.B. Quickmaster DI, KBA Karat)

Schritte zur Plattenkopie

  • Falzmuster (Faulenzer) festlegen
  • Bogeneinteilung + Montage
  • Ganzseitenfilme
  • Ausschießschema (muss seitenverkehrt sein wg. Indirekten Druckverfahren)
  • Plattenkopie
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Prozessvorbereitung und Prozesssteuerung

Druckweiterverarbeitung

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Japanbindung

Japanbindung

Man versteht unter einer Japanbindung eine Blockbindung, bei der zwei Buchseiten, die bei einer normalen Blockbindung auf der Vorder- und Rückseite eines Blattes gedruckt werden, nebeneinander auf einem Blatt gedruckt werden, das dann in der Mitte gefalzt wird, so dass eine Vorder- und eine Rückseite entsteht.

Jedes Blatt des Buches besteht also aus einem gefalzten Papier, das für sich genommen vier Seiten hat, wovon allerdings nur zwei Seiten zugänglich sind.

Die fertige Bindung sieht dann aus wie ein (vielseitiger) Leporello, der an einer Seite geheftet oder geleimt ist. Man kann das Buch durchblättern, kommt aber an gewisse Teile nicht ran.

Nachteil ist, dass sich das fertige Buch nicht so gut aufklappen lässt und dass viel Papier verbraucht wird: da die Innenseiten jedes „Blattes“ des Buches nicht zugänglich sind und auch nicht bedruckt werden.

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Empfehlenswerte Literatur zum Thema Drucktechnik

Lehr- und Arbeitsbuch Druck (Manfred Aull)

Sehr gutes Buch mit grundlegendem und fortgeschrittenem Wissen über den Prozess Offset-Druck und allen Themen, die damit zusammenhängen.

Teilweise wird auch der Sieb-, Hoch- und Tiefdruck grob besprochen.

Das besondere an dem Buch ist, dass es in jedem Abschnitt mit praxisorientierten Aufgaben zum Nachvollziehen bestückt ist.

Leider ist es manchmal aber etwas schwierig, diese zu lösen bzw. nachzuvollziehen, da kein Lösungsbereich für die Aufgaben im Buch vorhanden ist.

Hier eine grobe Auflistung der Themen:

- Druckformherstellung

  • Einteilungsbogen
  • Beschnitt
  • Bogenwendung
  • Ausschießen
  • Grundlagen der Bogenmontage
  • Konventionelle Filmmontage

- Offsetplatten

  • Konvetionelle Druckformherstellung für Offset
  • Digitale Druckformherstellung

- Druckmaschinen

  • Bogendruckmaschinen
  • Rollendruckmaschinen
  • Digitaldruckmaschinen (nicht vollständig)

- Papiertransport

- Feuchtung und Einfärbung

- Steuerung des Druckprozesses

- Druckabwicklung

- Standardisierung des Druckprozesses

- Farbe

- Druckfarbe

- Bedruckstoff

- Oberflächenveredelung - Spezielle Druckarbeiten

- Grundlagen der Maschinentechnik

- Arbeitssicherheit - Umweltschutz

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Personalisierte und individualisierte Druckmedien

Die Bedeutung von personalisierten und individualisierten Druckerzeugnissen nimmt seit Jahren zu. Beide Begriffe tauchen oft in identischer Verwendung auf, aber der eigentliche Unterschied besteht darin, dass bei personalisierten Druckmedien nur Namen und persönliche Anrede eingefügt werden. Beim individualisierten Druck wird sogar der Content (Bilder, Text)  auf den Empfänger oder die Zielgruppe fokussiert

Diese Möglichkeit wird teilweise schon von ausgefallenen Designunternehmen oder der Automobilbranche für Produktkataloge verwendet. So können zum gleichen Produkt unterschiedliche Zielgruppen (männliche Single, junge Familien mit Kindern etc.) angesprochen werden, in dem jeweils andere Vorzüge des Produktes textlich und bildlich im Katalog vorgestellt werden.

Für eine funktionierende Personalisierung oder Individualisierung ist aber immer ein gut gepflegter Datenbestand wie geprüfte Adressen, korrekte Schreibweisen der Ansprechpartner etc. notwendig.

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